schwarm_kraehe_01

Die erste Krähe


Den Krähenauftakt hatte Antje Bessau durch den Auftrag der Restaurierung eines Sandsteingebäudes auf dem Gelände des Alten Schlachthofs in Karlsruhe im Jahr 2011. Während der Bearbeitung eines Fenstergewändes wurde deutlich, dass nicht das gesamte Steinmaterial benötigt wird. Anstatt dieses abzuarbeiten, schuf sie daraus eine Skulptur. Das Motiv: eine sitzende Krähe.

Krähen waren in vergangener Zeit auf dem ursprünglichen Gelände in großen Scharen vorzufinden, was an den einzelnen fleischverarbeitenden Firmen und ihren Schlachtabfällen lag. Nach der Konversion des Anwesens zum Kreativpark versammelten sich die Krähen nicht mehr in dieser großen Anzahl auf dem Alten Schlachthof, jedoch sind einige im Kreativpark geblieben.


Die in Stein gehauene Krähe wurde aufgrund ihres niedrigen Abstraktionsgrades nicht sofort bemerkt, sondern aus den Augenwinkeln heraus als ein echtes Tier wahrgenommen. Nach und nach wurde sie jedoch von Passanten, Arbeitern und Nutzern des Geländes als Skulptur erkannt. Sie sorgte für Überraschung, Fragestellung, Freude und Gespräch, was Antje Bessau zu einer weiteren Krähe aus Stein animierte. Bei der Restaurierung eines weiteren Gebäudes auf dem Schlachthofgelände arbeitete sie eine diesmal fliegende Krähe in den Stein ein.

Den beiden Krähenreliefs folgten intensive Recherchen über die Tiergattung der Raben und Krähen, ihre Verbreitung, ihre Lebensgewohnheiten und Eigenarten. Daraus entstand die Idee zum Kunstprojekt „Krähenschwarm“.