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Die Krähen


Krähen sind Schwarmvögel. Einer Krähe folgt gleich eine ganze Schar. Sie ziehen sich gegenseitig an. Krähen sind weltweit verbreitet. Durch ihre ausgeprägte Fähigkeit zur Anpassung an die Zivilisation folgen sie der Kultur des Menschen. Krähen sind neugierig, intelligent, kreativ und zudem gute Beobachter. Sie helfen sich bei der Nahrungsfindung mit Werkzeugen und stellen selbst Werkzeuge her. Sie verfügen über ein komplexes Sozialverhalten und erkennen einzelne Personen wieder. Als Allesfresser erfüllen sie die Rolle der Reiniger sowie Entsorger in den Städten.

Die Beziehung zwischen Mensch und Krähe ist sehr alt, jedoch auch sehr ambivalent. Die komplett schwarzen Vögel gelten als Vermittler zwischen Leben und Tod und Grenzgänger zwischen den Welten. Sie haben eine mystisch-spirituelle Aura aufgrund ihrer Farbe, ihrer glänzenden Beobachtungsgabe und des symbiotischen Verhältnisses zu Raubtieren. Krähen sowie Raben, die derselben Familie angehören, spielen in vielen Religionen und Mythen einzelner Kulturen eine wesentliche Rolle.


Bei den Germanen galten sie als Götterboten und waren die ständigen magischen Begleiter des obersten Gottes Odin (Wotan), dem sie zu Weisheit verhalfen. In der Schöpfungsgeschichte der Haida-Indianer spielt der Rabe eine tragende Rolle. Und auch die indische Göttin Kali wird von Raben begleitet, die hier als Symbol für Transformation stehen. Ob bei den Ureinwohnern Amerikas, des Pazifiks oder Asiens – immer wieder stößt man auf kultische Beziehungen zu den geheimnisvollen schwarzen Vögeln. Überlebensfähiger als viele andere Vögel, stehen sie in vielen Kulturkreisen für die Eigenschaften Kraft, Macht und Stärke, aber auch Inspiration, Kreativität und Scharfsinn.